Schloss & Garten

Ein Ort des Lesens, der Musik, des Theaters, der Gärten des Nachdenkens und Information über nachhaltige Entwicklung und der Ruhe. Ein nicht ganz gewöhnlicher Ort

Das Ensemble des Guts Wartin besteht aus dem Schloss und umliegenden Gutsgebäuden, wie etwa der ehemaligen Kartoffelschnapsbrennerei, der alten Schmiede, Ställen und Scheunen. Bei der Aufsiedlung des Gutes wurden einige der Gebäude in Wohngebäude umgewandelt für die neuen Siedler, die von da an das Land bestellten. Heute dienen einige der Gebäude als Unterkunftsmöglichkeiten für die Teilnehmer der wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen auf Schloss Wartin. So etwa das Haus Bohlmann mit seinem Fachwerkbogentor und die alte Schnapsbrennerei, die beide behutsam und denkmalgerecht renoviert wurden. Im Parterre der alten Brennerei ist eine Arbeitsbibliothek eingerichtet worden, die auch als Seminarraum dient.

Auf dem Gelände des Gutsensembles finden auch alte Haustierrassen (u.a. Skuddenschafe) ein Refugium. Für eine in erster Linie akademische und kulturelle Institution wie Schloss Wartin scheint die Pflege alter Haustierrassen eher ungewöhnlich. Auf den zweiten Blick ist dieses Engagement schlüssig. Denn Wartin ist ein Ort, an dem nicht nur über nachhaltige Entwicklung und den Schutz von Fauna und Flora unserer europäischen Kulturlandschaften nachgedacht werden soll, sondern an dem ein entsprechendes Engagement in dem möglichen bescheidenen Rahmen auch beispielhaft vorgelebt werden soll. Wenn wir uns um alte Haustierrassen wie die Skuddenschafe oder die vorpommersche Gans kümmern, vermitteln wir auch die Bedrohtheit dieser Arten. Gäste und Besucher sollten einen Sinn für diese Bemühungen haben und keinen Ort erwarten, der gängigen Mustern entspricht.

Ein Ort der Toleranz und Völkerverständigung

Gleichzeitig mit den Arbeiten zur Rettung des Schlosses erfolgt die Nutzung für die Zwecke des Vereins “Europäische Akademie e.V.”.  Hier wird nach dem antiken Vorbild der “academia”, ergänzt durch Elemente eines angelsächsischen Colleges, ein Ort gestaltet, an dem wir mit unseren Studenten und Studentinnen zusammen kommen zum Lehren und Lernen, zum gemeinsamen Kochen und Forschen. Besonderen Wert legen wir darauf, dass die Studenten aus den verschiedensten Ländern, insbesondere aber auch aus unserem Nachbarland Polen kommen. Inzwischen waren ca. 2000 Studenten und Studentinnen im Schloss zu Gast. Sie kamen von der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, den Universitäten Yale, Cambridge, Stettin, Greifswald, Viadrina Frankfurt/Oder und dem Institut de Sciences Politiques, Paris, dem renommiertesten politikwissenschaftlichen Institut Frankreichs.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet uns auch mit der Euroregion Pomerania, in der sich Aktivitäten der Grenzregion zwischen Polen, Schweden und Deutschland bündeln.

Neben diesen und anderen wissenschaftlichen Aktivitäten ist das Schloss zu einem Zentrum kultureller, politischer und umweltpolitischer Aktivitäten und der Vermittlung von Umweltinformationen geworden. An den Veranstaltungen nahmen im Laufe der letzten Jahre ca. fünfzehntausend Besucher und Gäste teil.

Neben den Hunderten von Studenten und Studentinnen, die anregende Zeiten im Schloss verbracht haben, ist das Schloss auch zu einem Treffpunkt für Gelehrte aus aller Welt, für Künstler, Wirtschaftsführer und Politiker geworden. Es ist kein Tagungsort im üblichen Sinne. Sein Geist wird wie in einem College in Cambridge oder Yale von der Gastfreundschaft, Weltoffenheit und Toleranz des jeweiligen Masters geprägt. Im Sommer ist das Haus von Ausstellungen, Musik und Theater erfüllt. Im Winter gibt es eher stille Lesungen und wissenschaftliche Diskussionen vor dem Kamin.

 

Der Park

Zum Schlossensemble gehören Park und Garten. Beide sind umfriedet von einer bis zu fünf Meter hohen Naturstein- und Backsteinmauer. Damit ist der Park des Schlosses eine der wenigen im nördlichen Brandenburg noch erhaltenen Anlagen mit einer vollständigen Backsteinmauer. Er bildet damit kulturhistorisch ein Gegenstück zu den in die Landschaft führenden Lennéschen Landschaftsparks.

Wenn wir den Park naturnah halten, so vermitteln wir die Botschaft, dass durch solche Anlagen auch in der Nähe des Menschen seltene Vögel und Tiere Heimat finden können. Inzwischen gibt es über fünfzig verschiedene Vogelarten im Park. Daneben bieten auch die alten Gemäuer des Schlossensembles Fledermäusen und Eulen Schutz.